Aufruf

Kapitalismus – Immer noch scheiße! 
Heraus zum 1.Mai!
18 Uhr Hbf. (Hamburg)

Der 1.Mai ist der Kampftag der ArbeiterInnen, Werktätigen und
Lohnabhängigen weltweit. Er geht zurück auf den 1.Mai 1886, an dem der 8
Stunden Tag beim sogenannten „haymarket riot“ erkämpft wurde.
Ob Pflegenotstand, Leiharbeit, Altersarmut oder Hartz4, Benachteiligung
durch Sexismus oder Rassismus, Wohnungsnot und Verdrängung – die
Widersprüche im System treten in der sozialen Frage immer stärker zur
Geltung.
Lasst uns unsere Solidarität mit allen Streikenden, mit allen
Ausgebeutenden lautstark auf die Straße tragen!

Die soziale Frage konkret stellen!
In Deutschland leben rund 16 Mio. Menschen in Angst vor Armut und
sozialer Ausgrenzung, in der EU trifft das sogar auf ca. ein Viertel der
Menschen zu. Die Lage der lohnabhängig Beschäftigten in der
Bundesrepublik Deutschland verschlechtert sich zunehmend. Wer noch eine
Erwerbsarbeit hat, muss befürchten, mit deutlichen Lohneinbußen
zurechtkommen oder sie zu verlieren. Viele gehen aus Furcht vor der
Kündigung sogar trotz Erkrankung in ihren Betrieb. Zahlreiche
Belegschaften sind durch ungerechte Lohnpolitik und Arbeitsbedingungen
gespalten. Viele leben und arbeiten vereinzelt und ohne soziale
Beziehung zu ihren Mitmenschen. In den Chefetagen der Unternehmen wird
nach dem Prinzip „teile und herrsche“ versucht, entlang der
innerbetrieblichen Arbeitsteilung die ArbeiterInnen in
„Stammbelegschaft“, LeiharbeiterInnen und Aushilfen oder nach Herkunft
und Geschlecht auseinander zu spalten. Auf die Verschlechterungen der
Arbeitsverhältnisse der einen folgt, früher oder später, die
Verschlechterung der Arbeitsverhältnisse der anderen. Mit der
Verschlechterung der Arbeitsbedingungen geht auch Altersarmut einher,
unter der ein Großteil der RentnerInnen zu leiden haben.
Wer keine Arbeit hat, kommt in den Teufelskreis der durch die SPD
eingeführten Agenda2010: HartzIV.
Aktuell werden Kämpfe im Pflegebereich geführt, da Krankenhäuser und
andere Pflegeeinrichtungen privatisiert werden und am Personal gespart
wird. Wir solidarisieren uns mit diesem Kampf und sind auch ein Teil davon!
Gegen ihre Ausbeutung müssen wir mit entschlossener Solidarität antworten.

Waffenexporte stoppen!
Krieg beginnt hier ist nicht nur eine Parole von Linken sondern auch
Wahrheit: allein über den Hamburger Hafen werden im Schnitt täglich
mindestens 25 Tonnen Munition verschifft. Ob in die Türkei, Saudi
Arabien oder Mexiko – deutsche Waffen morden mit in aller Welt.
Besonders deutlich wurde das mit dem Angriffskrieg der Türkei auf Afrin
in Nordsyrien. Deutsche Kampfpanzer waren dort an vorderster Front mit
türkischen Faschisten bemannt zu finden. Aber schon vorher existierten
Bilder der Peshmerga, die mit deutschen Militärfahrzeugen und
G36Gewehren ausgestattet Krieg gegen Jesiden im Irak führten.
Die Waffenlieferungen aber bleiben undurchsichtig, Munition fällt nur
deshalb auf, weil sie Gefahrengut gekennzeichnet werden muss. So kann
die BRD ungeniert den Deals mit der Türkei zustimmen.
Deutsche Soldaten sind auch in mindestens 15 Gebieten und Ländern
weltweit im Einsatz, aber sicherlich wird man mit Gewehren keine Brunnen
bauen.
Auch nebenan kriselt es, wenn in der Ukraine Krieg geführt wird, in den
die BRD verstrickt ist. Währenddessen probt die Nato den Ernstfall für
Krieg gegen Russland.
Also Schluss mit Waffenexporten! Für eine Welt ohne Krieg und Krise!

Wohnungsnot beenden!
In Hamburg, der Stadt mit den meisten Millionären Deutschlands, haben
zur Zeit ca. 8.000 Menschen keine Wohnung. Mit offiziell ca. 2.500
leerstehenden Wohneinheiten, nicht benutzten Büroflächen von 580.000 m²
und einer noch höheren Dunkelziffer wäre genug Wohnraum für alle
vorhanden. Die Situation wird durch eine weitere Schweinerei der
Hamburger Wohnungspolitik verschärft: Der Bestand an Sozialwohnungen ist
in der Hansestadt seit Mitte der 70er Jahre um das Vierfache
zurückgegangen. Dieser verheerende Notstand verläuft parallel zu
Milliardeninvestitionen in Städtebauprojekte, wie der Neuen Mitte Altona
und der Hafen City, bei denen Wohnraum für reiche Familien und
zugezogene Yuppies geschaffen wird. Zeitgleich werden viele Betroffene
durch steigende Mieten aus dem Stadtkern in die Randbezirke vertrieben.
Lange Anfahrtswege und der Verlust sozialer Strukturen sind die Folge.
Bei steigendem Bedürfnis nach bezahlbaren Wohnungen durch Prekarisierung
sowie Zuzug Geflüchteter sind die Planungsziele des Hamburger Senats
nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Dieser Zustand befeuert
die Konkurrenzsituation unter den Menschen und lenkt vom gemeinsamen
Feind ab. SPD, CDU und den Grünen geht es nicht um die Bedürfnisse der
Betroffenen, sondern um Profite, Denkmäler und Eigenbereicherung. So
drücken sich Immobilienspekulanten im Hamburger Rathaus die Klinke in
die Hand. Wir lassen uns nicht spalten, sondern Kämpfen gemeinsam für
eine Stadt im Interesse aller!

Kapitalismus und Patriarchat überwinden!
Das Patriarchat stellt eine Grundlage der kapitalistischen Ausbeutung
und Unterdrückung dar.
Die Einteilung der Menschen in zwei Geschlechter hat die Basis
geschaffen für die Trennung in Produktions- und Reproduktionssphäre, in
privat und politisch und in sichtbar und unsichtbar. Die Funktion, die
diese Einteilungen für das kapitalistische System hat, wird
verschleiert, indem geschlechtsspezifische Sozialisation, Rollenbilder
und Arbeitsteilung als naturgegeben dargestellt werden. Hierdurch wird
nicht nur die Grundlage für die Ausbeutung von Frauen* geebnet, die
einen Großteil der unbezahlten Reproduktionsarbeit leisten, sondern das
weibliche Geschlecht wird durch sexistische Werbung der kapitalistischen
Verwertungslogik unterworfen und zur Ware erklärt.
Gleichzeitig wird die Vielfalt der Geschlechter verleugnet und Menschen,
die sich außerhalb der binären Geschlechterordnung befinden,
unterdrückt. Die Gewalt, die durch das kapitalistische Patriarchat
systematisiert, legitimiert und produziert wird ist vielfältig und sie
richtet sich tagtäglich gegen Frauen*, Trans-, Inter und nicht-binäre
Personen.
Der Kampf für Befreiung bedeutet immer auch ein Kampf gegen das Patriarchat!

Rassismus und Rechtsruck verhindern!
Wenn das kapitalistische Ausbeutungssystem kriselt, blühen historisch
sowie gegenwärtig rassistische Hetze, Nationalismus und das Rückbeziehen
auf konservative und faschistische Werte auf. Die Gefahr von Faschismus
und rechter Hetze, von der man in Europa angenommen hatte, sie gehöre
der Vergangenheit an, wächst von Tag zu Tag. Rechte Bewegungen weisen
dabei von Land zu Land Unterschiede auf, gleichen sich aber in ihren
rassistischen und nationalistischen Grundlagen.Diese Ideologien legen
besonderen Wert darauf, die unterschiedlichen Kategorien des
Proletariats gegeneinander d.h. den Arbeitslosen gegen den Arbeiter, den
einheimischen Arbeiter gegen den aus einem anderen Land gekommenen
Arbeiter, die Massen gegen die anderen Staaten zu hetzen und somit
nationale Gefühle zu schüren, die Gedanken des Nationalismus und die
eigene Überlegenheit mächtig werden zu lassen.
Auch in Deutschland erleben rassistische und rechte Bewegungen einen
Aufschwung. Alleine 2017 gab es 2219 Angriffe auf Geflüchtete und
Geflüchtetenunterkünfte, immer mehr rechte Aufmärsche und Kundgebungen
finden in ganz Deutschland statt, die AFD stellte mit 12,6% die
drittstärkste Kraft bei der Bundestagswahl dar.

Umweltzerstörung aufhalten!
Das kapitalistische System ist für die Zerstörung unserer Umwelt
verantwortlich. Es wird uns aber weiß gemacht, das die BürgerInnen
lieber Strom sparen sollen und dadurch alles besser wird.
Aber Konzerne und nicht wir holzen den Regenwald ab, verpesten Meere und
Länder, verdrängen indigene Bevölkerung und vieles mehr. Die
Auswirkungen des Klimawandels kommen auch langsam hier an und auch 90%
der Seen und Flüsse in Deutschland haben jede Grenzwerte überschritten.
Neben der ansässigen Schwerindustrie ist in Deutschland die größte
Fleischindustrie Europas mit dem stärksten Niedriglohnsektor zu finden.
Die Unmengen an Tiere geben nicht nur eine Menge Methangas ab sondern
müssen auch gefüttert werden. Dafür werden enorme Flächen des Regenwalds
abgeholzt, damit in Monokulturen Soja angebaut werden kann. Dabei reicht
die produzierte Nahrungsmenge aus um die Weltbevölkerung zu ernähren.

Um die Vernichtung unserer Lebensräume zu stoppen müssen wir also dieses
System überwinden!

1. Mai – 18 Uhr – Hamburger Hauptbahnhof (Hachmannplatz)

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